Drehorgeltreffen Feuchtwangen

3. Drehorgeltreffen Feuchtwangen
27. und 28. Juli 2019

Schon einmal vormerken: Das inzwischen dritte Feuchtwanger Drehorgeltreffen wird am 27. und 28. Juli 2019 im Rahmen des Jubiläumsjahres "1.200 Jahre Feuchtwangen" stattfinden. Auf dieser Seite finden Sie etwa einen Monat vor dem Treffen die genauen Programmpunkte und die Namen der teilnehmenden Drehorgelspielerinnen und Drehorgelspieler. Wir wünschen Ihnen bis dahin eine gute Zeit.

Am 25. und 26. August 2018 war es wieder soweit: Drehorgelspielerinnen und Drehorgelspieler aus ganz Deutschland trafen sich zum 2. Treffen in Feuchtwangen, um ihre Kunst zu präsentieren.

Geschichte

Die „Vorgeschichte“ der Drehorgel reicht in Europa bis in das ausgehende Mittelalter zurück. Damals war es vor allem in den feineren Kreisen beliebt, in Wohnungen Singvögel zu halten und ihnen Melodien beizubringen. Auch die Feuchtwanger Volkserzählung der „Zeiselesfänger“ beschreibt die Haltung von Singvögeln als Haustiere. Um den Tieren das Erlernen der Melodien zu erleichtern, wurden in Frankreich und England erste Vorläufer von Drehorgeln geschaffen.

Die Instrumente, wie wir sie heute kennen, wurden in ihrem Aufbau und in ihrer Funktionsweise erstmals im Jahre 1688 von dem jesuitischen Pater Athanasius Kirchner beschrieben. In ihrer frühen Entwicklung ist die Drehorgel vor allem ein Hausmusikinstrument gewesen, das sich nur die reicheren Schichten leisten konnten. Später entwickelte sich die Drehorgel zu einem Spielgerät der Schausteller und Zirkusfahrenden. Erst um das Jahr 1870 wurden Drehorgeln zu typischen Straßeninstrumenten der Armen und Kriegsversehrten. Nur diesen Menschen war es per Erlass gestattet, die Instrumente in der Öffentlichkeit zu spielen. Nicht ohne Eigennutz für das Kaiserreich, denn so konnte sich der damalige Staat die Ausgaben für Renten und Invaliden sparen. Meist war es den Kriegsversehrten aber nicht möglich, die Kosten für die Anschaffung einer Drehorgel aufzubringen. So kam es spätestens nach der Jahrhundertwende in ganz Europa zum Verleih  von alten Drehorgeln, die langsam aus den Privathaushalten durch Thomas Edisons Phonographen verdrängt wurden.

Etwa zur gleichen Zeit entwickelte sich in den Großstädten die Kultur der Hinterhofmusik, aber auch auf dem Lande wurden die Drehorgelspieler von den Menschen sehnlichst erwartet. Auf den Marktplätzen und in den Gaststuben wurde zur Belustigung und zum Tanz aufgespielt. Die Wirte buchten sich Drehorgelspieler, um am Abend eine Extraeinlage im „Großen Saal“ anbieten zu können. Nach Edison und den Vorläufern der Grammophone kam es langsam zum Niedergang der mechanischen Musik in Form von Drehorgeln. Eine Renaissance setzte erst um 1980 ein. Auch in Feuchtwangen war das Drehorgelspiel durch den Altbürgermeister Wolf Rüdiger Eckhardt am Altstadtfest legendär.

DELEIKA, der Drehorgelbauer aus dem Dinkelsbühler Ortsteil Waldeck und Unterstützer des Treffens, ist mit seinen Instrumenten weltweit auf jedem Kontinent vertreten. Das Unternehmen bietet für Reisegruppen Führungen und Vorführungen mit Anekdoten und Geschichten rund um die Drehorgel an. Das älteste Instrument stammt dabei aus dem Jahre 1820.

Vom einfachen Vortrag der Musik bis hin zum erzählen gar „schrekliger“ Schauermär mit musikalischer Begleitung, das Instrument hat eine reiche Geschichte. Beim Drehorgeltreffen in Feuchtwangen zeigen die Drehorgelspielerinnen und -spieler, was nach 1870 mit den Instrumenten alles gemacht wurde.